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Angepinnt von: Petra Müller   am 28.11.2024

Kosten der Reise nach Brüssel

1. Die Kosten für die Hotelübernachtung wurden für Chormitglieder aus der Chorkasse bezahlt. Unseren Gästen werden ihre Kosten in Rechnung gestellt.

2. Für die Busfahrt würde für jeden eine Eigenbeteiligung von 126,00€ fällig sein. Durch die Berücksichtigung von zwei Großspenden und einem Zuschuss vom CVB ermäßigt sich der Eigenanteil für Chormitglieder auf 80,00 €.

Von alle Mitreisenden, die dem Chor eine Lastschrifteinzugsermächtigung erteilt haben, werden wir in den nächsten Tagen die fälligen Beträge einziehen.

Die übrigen sieben Zahlungspflichtigen (sind alle persönlich informiert) bitte ich um Überweisung bis zum 12.12.2024.

Petra Müller




Am 20.09.23 schrieb Andreas Herbst :

heute (21.9.) in der Berliner Zeitung im Feuilleton  

   

Wortlaut im Feuilleton:

„Sein Name war anrüchig“
Vor 50 Jahren fand in West-Berlin der Hanns-Eisler-Chor zusammen. Zwei Mitgründerinnen erzählen

Die Mitgründerinnen und Leiterinnen des Hanns-Eisler-Chors Susanne Jüdes (r.) und Christina Hoffmann-MöllerEmmanuele Contini
Dass in West-Berlin ein Hanns-Eisler-Chor gegründet wurde, ist diesen beiden Frauen mit zu verdanken: Christine Hoffmann-Möller und Susanne Jüdes. Sie suchten nach einer Möglichkeit, ihre Vorstellungen von einer besseren Welt musikalisch auszudrücken und stießen auf diesen Komponisten aus der DDR. Dass Eisler im Westen als anrüchig galt, ließ sie kalt.

Sie haben vor 50 Jahren den Hanns-Eisler-Chor mitgegründet, und zwar in West-Berlin. Wie kam das?

Christina Hoffmann-Möller: Wir waren eine politisch sehr aktive Gruppe an der Hochschule für Musik, heute UdK, und ein paar Musikwissenschaftler von der TU. Die Schulmusikstudenten, und das waren wir überwiegend – haben gegen den Vietnam-Krieg und für Chile demonstriert, wir waren im Vorstand des Asta, haben uns also für die Belange der Studentinnen und Studenten eingesetzt. Zentral war für uns die Frage, wie wir unsere Ideen und Vorstellungen einer besseren und gerechteren Gesellschaft mit Musik ausdrücken können. Es war dann eine wunderbare Fügung, dass wir ein Seminar bei dem Musikwissenschaftler Rainer Brinkmann hatten, der einige Eisler-Werke wie das „Solidaritätslied“, den „Kälbermarsch“ oder die „Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben“ analysierte. Dieses Seminar und die Entdeckung Eislers war für uns eine Erleuchtung: Da gab es also jemanden, der unsere Ideen musikalisch ausgedrückt hat. 1972 gab es einen Eisler-Abend während der 1. Kulturtage, offiziell gegründet wurde der Hanns-Eisler-Chor dann 1973.

Susanne Jüdes: Es war Hanns Eislers kämpferische Seite, die uns inspiriert hat. Sein Name war anrüchig im Westen, völlig klar. Wenn er überhaupt bekannt war, dann als Schöpfer der Nationalhymne der DDR. Und das war in Zeiten des Kalten Kriegs natürlich verpönt. Egal, was wir gesungen haben – wir waren außerhalb des offiziellen Programms. Wir sangen Kampflieder und internationale Arbeiterlieder, aber wir waren auch musikalische Fachleute und interessierten uns für Eislers Chorwerke. Ganz im Vordergrund stand die „Mutter“, die Kantatenfassung des Bühnenstücks.

Ein beliebter Satz, den man den Linken im Westen damals entgegenschleuderte, lautete: Geht doch rüber. Haben Sie den auch zu hören bekommen?

Hoffmann-Möller: Solche Sprüche haben wir schon zu hören bekommen. In den Zeitungen erschienen Artikel über uns: „Linksradikale bekommen Förderung vom Kunstamt Kreuzberg“. Oder: „Der vom Osten finanzierte Hanns-Eisler-Chor“. Und als wir in Hamburg aufgetreten sind, stand in der Zeitung: „Wie blind darf ein Kultursenator sein?“

Ist die Kunde von Ihrem Chor auch in die Hauptstadt der DDR vorgedrungen?

Hoffmann-Möller: Dort hat man positiv reagiert. Für das Gründungskonzert haben wir mit dem Argument-Verlag zusammengearbeitet, der einen Sonderband „Hanns Eisler“ herausgegeben hat. Später wurden wir dann zu einem Eisler-Kongress in Ost-Berlin eingeladen, auf dem ich einen Vortrag über die Arbeit des Hanns-Eisler-Chors hielt. Unsere Chorarbeit wurde schon sehr interessiert und wohlwollend aufgenommen.

Jüdes: Das Eisler-Archiv war in Ost-Berlin angesiedelt. Wenn wir Noten oder Aufführungsrechte haben wollten, mussten wir Kontakt aufnehmen. Und natürlich war das für die interessant zu sehen, was wir da im Westen mit ihrem Eisler machen. Wir trugen Werke vor, die in der DDR oft genauso unbekannt waren wie im Westen. Eisler wurde von uns doch deutlich anders präsentiert als in der DDR. Das hat dort Aufsehen erregt, das war interessant.

Hoffmann-Möller: Wir haben versucht, auch die komplexeren Werke aufzuführen. Und auch Zwölf-Ton-Stücke, atonale Sachen, um den ganzen Eisler vorzustellen. Wir haben Werkstatt-Konzerte gemacht, bei denen wir Stücke analysiert und darüber diskutiert haben.

Hanns Eisler ist 1962 gestorben, Sie haben seine Witwe Stephanie Eisler in der DDR besucht. Wie kam das?

Hoffmann-Möller: Sie wohnte in einem schönen Häuschen in der Pfeilstraße in Niederschönhausen, dort lebte auch Hanns Eisler bis zuletzt. Als wir nach unserem ersten Auftritt die Idee hatten, einen richtigen Chor zu gründen, bin ich damals mit dem Musikstudenten Franz Niermann zu ihr gefahren, um die Erlaubnis zu bekommen, den Chor nach ihrem Mann zu nennen. Wir haben einen Nachmittag bei ihr verbracht, sie war angetan und ist auch zu einigen unserer Konzerte gekommen. Als Österreicherin konnte sie ja problemlos von Ost- nach West-Berlin fahren.

Wie blickten Sie selbst denn damals auf die DDR? War das für Sie das bessere Deutschland?

Jüdes: Im Chor waren überwiegend Studentinnen und Studenten aus Westdeutschland, die hatten oft eine andere Einstellung als Menschen aus West-Berlin. Denn die konnten in die DDR reisen, anders als zunächst wir West-Berliner. Erst das Berlin-Abkommen hat das 1972 verbessert. Und dann hing es von den Kontakten ab. Meine Großeltern zum Beispiel lebten in Ost-Berlin, ich konnte sie nicht besuchen. Das beeinflusst die Perspektive. Die DDR war sicher nicht unser Vorbild, aber sie war auch ein Land mit sozialistischen Ideen, die uns aufgrund der Lektüre von Adorno und Marx ebenfalls durch den Kopf gingen. Und da war schon etwas dabei, von dem man dachte, da könnte man was draus machen. Doch in Berlin sahen wir die Mauer, wir sahen die Wartezeiten, wenn wir nach Westdeutschland fuhren. Da mischte sich die politische Einstellung mit privaten Erfahrungen. Bisweilen war das im Chor auch ein Streitpunkt.

Sie haben den Chor aus einem politischen Impetus heraus gegründet, der jetzt vielleicht gar nicht mehr da ist, oder?

Hoffmann-Möller: Der Impetus ist schon noch da, er hat sich nur verändert. Unser letztes Programm hieß „Waldesnacht im Klimataumel“, da ging es um Umwelt und Klimawandel. Wir machen immer auch neue Programme, die auf gesellschaftliche Tendenzen reagieren, zum Beispiel Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit. Vor ein paar Jahren haben wir ein Programm zu Luther gemacht. Es gibt den Chor noch, weil wir unseren anfangs etwas engen politischen Rahmen immer wieder und auch musikalisch erweitert haben.

Jüdes: Anfangs waren viele Fachleute im Chor, Musikstudenten und so weiter. Im Laufe der Zeit sind die professionellen Musiker weniger geworden, es gibt mehr musikalische Laien. Und je älter wir werden, desto wichtiger werden die sozialen Bindungen innerhalb des Chors. Es gibt Leute, die seit langem dabei sind, das trägt den Chor.

Hoffmann-Möller: Aus dem Chor sind eine ganze Reihe von Gruppen entstanden, unser prominentestes ehemaliges Mitglied ist Maren Kroymann. Sie hat bei uns angefangen und wird bei diesem Jubiläumsprogramm mitsingen und moderieren. Außerdem haben wir von Anfang an mit zeitgenössischen Komponisten zusammengearbeitet. Mit Hartmut Fladt, Wilhelm Dieter Siebert von der Gruppe Neue Musik, mit Heinz Schreiter, der uns 1973 die Vietnam-Kantate geschrieben hat.

Die Vietnam-Kantate?

Hoffmann-Möller: Heinz Schreiter war ein ziemlich bekannter Filmmusikkomponist und Martin Buchholz hat fußend auf einem vietnamesischen Gedicht aus dem 14. Jahrhundert den Text geschrieben: „Die Bambusstangen all unserer Wälder genügten nicht/ Das Unrecht der Tyrannen aufzuzeichnen/ Die Wasser aller Meere nicht/ Ihre Fäulnis fortzuwaschen/ Wir rüsteten uns lange,/ Maßen die Vergangenheit/ Lebten der Zukunft.“

Interview: Susanne Lenz

Zum 50. Jubiläum des Hanns-Eisler-Chors Berlin finden im Joseph-Joachim-Konzertsaal in der UdK zwei Konzerte statt: am 23. September um 20 Uhr und am 24. September um 18 Uhr. Kartentelefon: 0177-3140855. Anfahrt wegen des Berlin-Marathons am besten mit der U-Bahn, Haltestelle Spichernstraße. 



Anmerkung der Redaktion: 

Vielleicht haben einige von Euch die Glückwünsche zum Geburtstag für den Monat September 2022 vermisst. Nun, das ist kein Versehen. Vorstand und Internetredaktion sind sich einig, diesen aus der Not der Coronaeinschränkungen geborenen "Service" einzustellen. Mittlerweile ist es ja wieder viel leichter und auch persönlicher möglich, Geburtstagsglückwünsche am betreffenden Tag auf einem anderen Wege auszusprechen, spätestens zur Chorprobe am oder nach dem Jubiläum.

Diejenigen von Euch, die nachsehen wollen, wer wann Geburtstag hat, sei auf die seit über einem Jahr verfügbaren Einträge  im Archiv des Vorstands verwiesen. Gegebenenfalls ein Klick und etwas Scrollen führt Euch zu der gewünschten Information.

Und wem das zu anstrengend ist, der kann ja auch die folgende Tabelle nutzen:

August 2022Juli 2022Juni 2022
Mai 2022April 2022
März 2022
Februar 2022
Januar 2022
Dezember 2021
November 2021
Oktober 2021
September 2021

  



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