Am Brunnen vor dem Tore        31

 

  1. Am Brunnen vor dem Tore
    da steht ein Lindenbaum,
    ich träumt in seinem Schatten
    so manchen süßen Traum.
    Ich schnitt in seine Rinde
    so manches liebe Wort.
    Es zog in Freud und Leide
    //: zu ihm mich immer fort ://
     
  2. Ich mußt' auch heute wandern
    vorbei in tiefer Nacht,
    da hab' ich noch im Dunkel
    die Augen zugemacht.
    Und seine Zweige rauschten,
    als riefen sie mir zu:
    Komm her zu mir, Geselle,
    //: hier find’ st du deine Ruh! ://
     
  3. Die kalten Winde bliesen
    mir grad ins Angesicht,
    der Hut flog mir vom Kopfe,
    ich wendete mich nicht.
    Nun bin ich manche Stunde
    entfernt von jenem Ort,
    und immer hör ich's rauschen:
    //: du fändest Ruhe dort! ://

 

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