Der Mond ist aufgegangen              32

 

  1. Der Mond ist aufgegangen,
    die goldenen Sternlein prangen
    am Himmel hell und klar.
    Der Wald steht schwarz und schweiget
    und aus den Wiesen steiget
    der weiße Nebel wunderbar.
     
  2. Wie ist die Welt so stille
    und in der Dämmrung Hülle
    so traulich und so hold
    als eine stille Kammer,
    wo ihr des Tages Jammer
    verschlafen und vergessen sollt.
     
  3. Seht ihr den Mond dort stehen?
    Er ist nur halb zu sehen
    und ist doch rund und schön.
    So sind so manche Sachen,
    die wir getrost belachen,
    weil unsre Augen sie nicht sehn.
     
  4. So legt euch denn ihr Brüder,
    in Gottes Namen nieder!
    Kalt ist der Abend Hauch.
    Verschon uns Gott mit Strafen,
    und lass uns ruhig schlafen
    und unsern kranken Nachbarn auch.

 

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