In stiller Nacht 85
In stiller Nacht, zur ersten Wacht,
ein Stimm beginnt zu klagen,
der nächt’ge Wind hat süß und lind
zu mir den Klang getragen;
von herbem Leid und Traurigkeit
Ist mir das Herz zerflossen,
die Blümelein, mit Tränen rein
hab ich sie all begossen.
Der schöne Mond will untergahn,
für Leid nicht mehr mag scheinen,
die Sternelan ihr Glitzen stahn,
mit mir sie wollen weinen.
Kein Vogelsang, noch Freudenklang
Man höret in den Lüften,
die wilden Tier trau’rn auch mit mir
In Steinen und in Klüften.