Lied der Zuversicht                    96

  1. Ob sie uns auch zerbrechen, sie beugen uns
    doch nicht, und eh der Tag vergangen,
    stehn wir frisch aufgericht!
    Von tausend Niederlagen erheben wir uns frei
    //: zu immer  kühnrem Schlagen
         in immer festrer Reih ://
  2. Ob  sie die Flamm’ ersticken, der Funke
    heiß sich regt, und über Nacht zum Himmel
    die neue Flamme schlägt. Und ob das Ziel,
    das hohe, entwichen scheint und fern.
    //: Es kommt der Tag, der frohe,
          wir trauen unserm Stern. ://
  3. Die Gegenwart mag trügen, die Zukunft
    bleibt uns treu. Ob Hoffnungen verfliegen,
    sie wachsen immer neu. Aus nichts wird
    alles werden, eh sie es noch gedacht,
    //: trotz ihrer Machtgebärden.
        Wir spotten ihrer Macht. ://
  4. Bald werden sie zerstieben wie Gischt am Felsenrand,
    schon winkt aus Nebeltrüben
    das heiß ersehnte Land.
    Es gibt auf Erdenrunden nichts, was uns zwingen kann.
    Kein Gift und keine Wunden, kein Teufel und kein Bann

 

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